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"Ein
weiteres Paradoxon im Sprachunterricht wird
in der Literatur mit “Lehrparadoxon” bezeichnet.
Der Widerspruch entsteht aus dem Unterschied
zwischen schulischen Kontext und realen Situationen.
Man könnte es auch als “Situationsparadoxon”
bezeichnen. Lehrer wollen nämlich im kommunikativen
Fremdsprachenunterricht den Lernern beibringen,
wie sie außerhalb des Unterrichts kommunizieren
sollen (vgl. Edmondson / House 2000: 250).
Um dieses Ziel zu erreichen, wird im Unterricht
“der Ernstfall” geprobt. So werden Situationen
im Unterricht nachgestellt, dass z. B. der
Lerner als Reisender oder als Kunde etc. agiert.
Diese Unterrichtsituation ist in der Regel
künstlich. Der Lerner outet sich nämlich nicht
als Lerner. Er übernimmt für den Unterricht
Rollen, die auf alltäglichen Situationen basieren.
Dieser Unterricht bietet nur wenig Möglichkeiten
zu normalem kommunikativem Verhalten an, in
denen sich der Lerner als Person äußert, ohne
dass er eine fremde Identität auf sich nimmt."
¤ Reder Anna:
Paradoxa im DaF-Unterricht
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"Anfang der 70er Jahre brauchte man sich
den Kopf nicht zu zerbrechen, aus welchem
Lehrbuch man die deutsche Sprache unterrichten
sollte. Als die jungen Germanisten, die ihre
Ausbildung gerade abgeschlossen und ihre pädagogische
Laufbahn als Deutschlehrer/innen angefangen
hatten, gab es pro Schultyp und Jahrgang ein
vom Bildungsministerium vorgeschriebenes Lehrbuch.
In dieser Zeit wurden gerade neue Schulbücher
herausgegeben. Ende der 70er Jahre wurde dann
der Lehrplan wieder erneuert, und zur Umsetzung
der Anforderungen wurden parallel zum Lehrplan
auch neue Lehrbücher erstellt. Diese Bücher
wurden nach ihrem Autor identifiziert. Bis
zum Ende der 80er Jahre hatte man im öffentlichen
Schulunterricht eigentlich die Qual der Lehrbuchwahl
nicht gekannt."
¤
Petneki Katalin: Lehrbücher des Deutschen
in Ungarn
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"Dem handlungs- und produktionsorientierten
Ansatz der Literaturdidaktik wird häufig zum
Vorwurf gemacht, er vernachlässige das Verstehen
und Interpretieren des Textes im Sinne des
Autors (hermeneutischer Ansatz) und beschränke
sich auf mehr oder weniger geglückte Manipulationen
am Text, der sich nicht dagegen wehren könne.
Übersehen wird dabei, dass der produktionsorientierte,
„handwerkliche“ Umgang mit dem Text ein wie
auch immer geartetes vorgängiges Verstehen
/ Interpretieren des Textes durch den Leser
/ die Leserin voraussetzt, das ihn oder sie
überhaupt erst in die Lage versetzt, den Text
im eigenen Sinne zu verändern. Und wenn im
Unterricht Deutsch als Fremdsprache die „Manipulation
am Text“ die besondere fremdkulturelle Wahrnehmung
des Textes durch die Deutschlernenden offenbart,
so offenbart sich im Vergleich mit dem Original
gleichzeitig dessen Bezug zu einem anderen
soziokulturellen Kontext, nämlich dem des
Autors / der Autorin."
¤ Eva-Maria Jenkins: Ich habe Brot gekauft
und rote Rosen geschenkt bekommen
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